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Abteilung Rettungsdienst

Zwei Rettungswagen und zwei Krankentransportfahrzeuge stehen nebeneinander.
Ein Teil der Rettungswagen und Krankentransportfahrzeuge der Berufsfeuerwehr Trier.

Der Aufgabenbereich des Rettungsdienstes ist vielfältig und erstreckt sich vom Patiententransport bis hin zu organisatorischen Planungen, Festlegungen und strategischen Festlegungen.
Jede Feuerwehrfrau und jeder Feuerwehrmann der Berufsfeuerwehr Trier erlangt im Rahmen der Ausbildung die Qualifikation zum Rettungssanitäter. In der Vergangenheit wurde anschließend die Ausbildung zum Rettungsassistent durchlaufen. Seit der Einführung des Berufsbildes des Notfallsanitäters im Jahr 2013 wird diese Berufsausbildung absolviert.

Der operative Bereich ist in die Bereiche Krankentransport und Rettungsdienst gegliedert.

Im Qualifizierten Krankentransport sind täglich fünf Krankentransportwagen (KTW) im Dienstbetrieb. Sie werden primär zum Transport von Patienten eingesetzt, bei denen grundsätzlich keine lebensbedrohlichen Störungen beziehungsweise Verletzungen vorliegen. Zur Versorgung von Notfallpatienten in akuter Lebensgefahr kommen vier Rettungswagen (RTW) sowie ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) zum Einsatz. Die RTW führen aufgrund ihrer umfangreichen Ausstattung Intensivtransporte und Einsätze als Baby-Notarztwagen (Inkubatortransporte) durch.

Darüber hinaus gibt es für Großschadenslagen oder Verlegungen einen Großraumrettungswagen, der für den Transport von bis zu drei liegenden Intensivpatienten zuzüglich weiterer sitzenden Patienten geeignet ist. Dieses Fahrzeug wird der Feuerwehr vom Land Rheinland-Pfalz zur Verfügung gestellt.

Neben dem Krankentransport und Rettungsdienst gibt es die Einheiten des Katastrophenschutzes der Stadt Trier. Zu diesen Einheiten gehören Gliederungen des Malteser Hilfsdienstes, des Deutschen Roten Kreuzes und des Arbeiter-Samariter-Bundes. Diese Einheiten werden im Rahmen des Katastrophenschutzes in der Gefahrenabwehr eingesetzt. Beispielhaft sind hier Einsätze mit einer großen Anzahl von Verletzten.

In der Vergangenheit wurde das Personal für den Rettungsdienst an der Lehranstalt für den Rettungsdienst beim Amt für Brand-, Zivilschutz und Rettungsdienst, zuletzt an der Wache 2 in Ehrang, dem Brand- und Katstrophenschutzzentrum ausgebildet. Im Oktober 2020 fusionierte die Berufsfeuerwehr Trier mit dem Bildungszentrum der Malteser am Standort Ehrang (BKSZ). Hier werden seit Oktober 2020 die ersten Notfallsanitäter in Vollzeit über drei Jahre ausgebildet. Zuvor erfolgte die Ausbildung im Rahmen einer Ergänzungsprüfung. Bis Ende 2020 haben über 70 Feuerwehrleute der Berufsfeuerwehr Trier die Berufsbezeichnung Notfallsanitäterin/ Notfallsanitäter erworben.

Die Anfänge im 20. Jahrhundert

In Trier lassen sich die Anfänge des Rettungsdienstes mit Krankentransport und Notfallrettung bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts zurückverfolgen: Er begann 1906 als die Trierer Feuerwehr eine Sanitätskolonne bildete.
1908 stiftete der damalige Branddirektor und Brauereibesitzer Eduard Schieffer zur Verbesserung des Krankentransportes eine moderne pferdebespannte Krankenkutsche. Seit dieser Zeit hat sich aus dem ehemals von Pferden gezogenen Krankentransport-Fuhrwerk eine moderne Fahrzeugflotte aus Rettungsdienst und Krankentransportfahrzeugen nach neuestem Stand der Technik entwickelt. Dabei gewährleisten qualifizierte Rettungssanitäter, Rettungsassistenten und Notärzte sowie eine umfassende medizintechnische Ausrüstung der Fahrzeuge tagtäglich eine solide Grundlage für präklinische Diagnostik und Versorgung, die zur Herstellung und Aufrechterhaltung der lebensnotwendigen Vitalfunktionen (Atmung und Kreislauf) eines Notfallpatienten erforderlich sind.

 
Bildergalerie
  • Das Notarzteinsatzfahrzeug ist am Standort Brüderkrankenhaus stationiert.
  • Ein Krankentransportwagen steht auf dem Hof der Feuerwehr.
  • Ein Krankentransportfahrzeug von innen.
  • Ein Rettungswagen steht auf dem Hof der Feuerwehr.
  • Blick in das Innere eines Rettungswagens. Ein Teil der Ausstattung ist zu sehen.
  • Das Intensivtransportfahrzeug von außen.
  • Ein Teil der Ausstattung des Intensivtransportwagens ist zu sehen, unter anderem die Transportliege und Beatmungsgeräte.
  • Auf dem Dach des Rettungswagens steht eine Kennung aus Zahlen und Buchstaben.

Über 45 Jahre Notarztsystem in Trier

Seit Bestehen des Krankentransports und des Rettungsdienstes wurden auch immer wieder organisatorische Änderungen notwendig. 1973 kam es zu einer umfassenden Umstrukturierung des gesamten Systems nach neuesten Entwicklungen und Erkenntnissen in der Notfallmedizin. In den 1960er Jahren sah man es noch als vorwiegende Aufgabe des Rettungsdienstes, den Notfallpatienten möglichst schnell in das nächstgelegene Krankenhaus zu transportieren. Resultierend aus den Veränderungen der präklinischen Notfallmedizin in den 1970er Jahren wurde im Mai 1976 am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder das erste notarztbesetzte Rettungsmittel (Notarztwagen) für die Stadt in der Zeit von 7 bis 19 Uhr in Dienst gestellt. Fünf Jahre später, am 1. Oktober 1981, gewährleistete dieses Angebot eine 24-stündige Einsatzbereitschaft.

Von 1976 bis 2003 wurde der Notarztwagen im Kompaktsystem eingesetzt: Zwei Beamte der Berufsfeuerwehr mit einer Ausbildung als Rettungsassistent/Rettungssanitäter und ein Facharzt des Brüderkrankenhauses mit der Zusatzqualifikation „Fachkundenachweis Rettungsdienst“ bildeten eine feste Einheit und rückten gemeinsam von der Klinik zum Notfallort aus.
Ständig steigende Einsatzzahlen des Notarztwagens veranlassten die Verantwortlichen, 2002 eine Probephase mit einem Notarzteinsatzfahrzeug im so genannten „Rendezvoussystem“ zu starten. Bei diesem System rückt ein Rettungswagen von der Feuerwache am St. Barbara-Ufer zum Notfallort aus. Gleichzeitig wird das Notarzteinsatzfahrzeug am Standort Brüderkrankenhaus, besetzt mit einem Rettungsassistenten der Berufsfeuerwehr und dem Notarzt, zur gleichen Einsatzstelle alarmiert. Der Notarzt entscheidet nach Herstellung der Transportfähigkeit des Patienten, ob er die Fahrt bis zum Ende begleitet oder sofort wieder für weitere Einsätze verfügbar ist. Aufgrund der erhöhten Flexibilität des Notarztes stellte man im März 2003 das bestehende Kompakt- auf ein Rendezvoussystem um.

Abteilungsleiter

Thomas Reinholz leitet die Abteilung Rettungsdienst.Thomas Reinholz ist seit 1991 bei der Berufsfeuerwehr Trier. Nach einer Fortbildung zum gehobenen Dienst 2007 war er anschließend bis 2020 als Wachabteilungsleiter und im Sachgebiet Rettungsdienst eingesetzt. Anschließend übernahm er die Leitung der Abteilung Rettungsdienst. Der Rettungsdienst mit Krankentransport kommt jährlich auf rund 30.000 Einsätze.