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Abteilung Technik

Die Abteilung Technik ist ein „Dienstleistungsbetrieb“ innerhalb der der Freiwilligen- und der Berufsfeuerwehr Trier. In der Abteilung werden von den Mitarbeitenden alle Beschaffungen für die Bereiche Fahrzeuge, Geräte und persönlicher Schutzausrüstung (PSA) vorbereitet und durchgeführt.

Ein sehr großer und zeitintensiver Aufgabebereich ist die Wartung, Prüfung und Instandhaltung aller Einsatzfahrzeuge, Geräte und Schutzausrüstungen. Dies erfolgt in den verschiedenen Werkstätten der Berufsfeuerwehr. Das Werkstattpersonal rekrutiert sich aus den Einsatzbeamten. Somit sind fast alle Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr parallel Servicekraft für den Unterhalt und den Betrieb der sehr technikorientierten Dienststelle.

Beschaffung von Fahrzeugen und Geräten

Hier geht es schwerpunktmäßig um die Beschaffung aller benötigten Einsatzfahrzeuge inklusive Anhänger, Abrollbehälter, etc. Weiterführend werden alle benötigten Geräte, unter anderem für die Brandbekämpfung, Technische Hilfeleistung und den kommunalen Katastrophenschutz, nach den geltenden vergabe- und haushaltsrechtlichen Bestimmungen beschafft.

Beginnend mit der Entwicklung eines Leistungsverzeichnisses oder Angebotsabfrage, der Auftragsvergabe sowie einer mittlerweile notwendigen technischen Baubetreuung, Endabnahme und Einweisung der Endanwender und Werkstätten kann eine Beschaffung durchaus einen mehrmonatigen oder sogar einen mehrjährigen Zeitraum benötigen. Durch die vielfältigen Anforderungen ist interdisziplinäres Arbeiten im Team mit weiteren Mitarbeitern der Feuerwehr und Stadtverwaltung sowie mit den beteiligten Auftragnehmern eine wichtige Voraussetzung für die Durchführung einer technisch-taktisch sinnvollen und gleichzeitig wirtschaftlichen Beschaffungsmaßnahme. Die Feuerwehr Trier konnte so in den vergangenen Jahren neben standardisierten und genormten Einsatzfahrzeugen auch einige besondere Fahrzeuge projektieren und in den Einsatzdienst überführen.
Bei verschiedenen Beschaffungen – Drehleiter, Kommandowagen, Wechseladerfahrzeug und Einsatzleitwagen Typ 1 – haben sich Freiwillige Feuerwehren der umliegenden Landkreise dem Ausschreibungs- und Beschaffungsvorgang der Berufsfeuerwehr Trier angeschlossen. Die Berufsfeuerwehr unterstützt hier als Dienstleister die ehrenamtlichen Feuerwehren.

Werkstätten

Ohne den Werkstattbetrieb kann kein Löschfahrzeug, kein Rettungswagen, kein Einsatzgerät in den Einsatz gebracht werden. Die vorgeschriebenen Prüfungen und Wartungen werden größtenteils durch Einsatzbeamte durchgeführt. Ausgenommen sind notwendige Wartungen, welche nur durch die Hersteller oder zum Beispiel den TÜV durchgeführt werden können. Die Feuerwehr Trier unterhält insgesamt zwölf Werkstätten in den Bereichen:


Werkstätten Logistik

Im Bereich Werkstätten Logistik gibt es vier Werkstätten:
  • Werkstatt Sonder-Kfz
  • Werkstatt Kleingeräte
  • Logistik Nachschub Brandschutz
  • Gebäudeunterhaltung

Werkstatt Sonder-Kfz
Insgesamt werden hier rund 135 Einsatzfahrzeuge, Abrollbehälter, Boote und Anhänger betreut – die Anzahl ist steigend. Das sind alle Fahrzeuge der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Trier sowie Sonderfahrzeuge des Landes Rheinland-Pfalz und des Bundes (darunter ein Großraumrettungswagen (GRTW), das Löschboot St.-Petrus oder ein CBRN-Erkundungswagen) und auch Fahrzeuge des Bundes, welche den Schnelleinsatzgruppen Sanitätsdienst zur Verfügung stehen.
Neben der regelmäßigen Wartung des Fuhrparks schauen die Mitarbeiter darauf, vorrauschauend in die Instandhaltung der Fahrzeugtechnik zu investieren. Da es sich im Regelfall um Fahrzeuge mit Sonderaufbauten handelt, ist ein besonderes Maß an Fachkenntnis nötig, um entsprechende Fehlersuche bei Sondersignalanlagen, Krankentragetischen oder der komplexen Fahrzeugtechnik einer Drehleiter durchzuführen. So kann gewährleistet werden, zu jedem Zeitpunkt immer über einen funktionierenden und modernen Fahrzeugpark zu verfügen.

Werkstatt Kleingeräte
Auch wenn viele Geräte heute schon akkubetrieben sind, hat die Feuerwehr eine Vielzahl an motorbetriebenen Kleingeräten welche für die Feuerwehr den Vorteil eines Dauerbetriebs haben. Hierunter fallen unter anderem Motorsägen, Trennschleifer, Lüfter und auch rund 50 Stromerzeuger verschiedenster Leistungsklassen.

Logistik Nachschub Brandschutz
Gerade bei Großschadenslagen aber auch bei alltäglichen Einsätzen werden viele Arten von Materialien wie Betriebsstoffe, Schaumbildner, Sandsäcke oder Ölbindemittel benötigt. Alle notwendigen Beschaffungen sowie die Logistik der Lagerung müssen organisiert und vorbereitet sein.

Gebäudeunterhaltung
Die Instandhaltung der modernen Feuerwache 2 und insbesondere des alten Baukörpers von Feuerwache 1 ist ein oft unterschätzter Aufgabenbereich. Die regelmäßige Wartung und Reparatur von Bauwerksteilen, Lüftungs- und Klimaanlagen oder Aufzugsanlagen sind hier beispielhaft zu nennen. Die Reinigung, die Versorgung mit Strom, Wasser und Gas der sowie der Winterdienst sind hier angesiedelt.


Werkstätten Atemschutz/Gefahrstoff

Für den Bereich Werkstätten Atemschutz/Gefahrstoffe gibt es drei Werkstätten:
  • Werkstatt Atemschutz
  • Werkstatt Gefahrstoff/Messen
  • Werkstatt Atemschutzstrecke

Werkstatt Atemschutz
Die in Feuerwache 2 am Brand- und Katastrophenschutzzentrum stationierte Atemschutzwerkstatt kümmert sich um alle Atemschutzgeräte, die bei Brandeinsätzen, Übungen oder der Atemschutzübungsstrecke zum Einsatz kommen. Dazu werden diese zuerst, je nach Grad der Verschmutzung, grob vorgereinigt. Danach werden die Geräte demontiert, komplett gereinigt und desinfiziert. Nach der anschließenden Trocknung werden alle Teile wieder zusammengebaut und anschließend auf ihre fehlerfreie Funktion geprüft. Anhand der abgespeicherten Messprotokolle kann das zeitintensive Instandhaltungsverfahren jederzeit nachvollzogen werden.
Neben der Atemschutztechnik für die Hilfeleistung bei Brandeinsätzen oder beispielsweise der Chemikalienschutzanzüge für Gefahrguteinsätze wird hier der gesamte Bereich der Tauchgerätetechnik unterhalten.

Werkstatt Gefahrstoff/Messen
Die gesamte Messtechnik für den Bereich der CBRN-Lagen und die dazu notwendige persönliche Schutzausrüstung wird hier betreut. Hier werden unter anderem die Chemikalienschutzanzüge geprüft und gewartet sowie die gesamte Messtechnik. Dazu zählen moderne Photoionisationsdetektoren (PID) und Kontaminationsnachweisgeräte genauso wie Kohlenmonoxid-Warner, welche heute zur Standartausrüstung beim Vorgehen der Einsatzkräfte gehören. Diese Warner unterliegen zum Beispiel bei täglicher Nutzung auch einer täglichen Überprüfung.

Werkstatt Atemschutzstrecke
Ein weiter Bereich ist der Betrieb der Atemschutzübungsanlage. Auch in diesem Bereich handelt die Feuerwehr Trier als Dienstleiter. So absolvieren neben den Feuerwehrmitgliedern der Feuerwehr Trier auch die Feuerwehrangehörigen des Landkreises Trier-Saarburg und des Technischen Hilfswerks den Atemschutzleistungstest in der Übungsanlage der Feuerwehr Trier. Jährlich werden rund 1.500 Durchgänge gezählt, Tendenz steigend.


Werkstätten Geräteprüfung

Für den Bereich Werkstätten Geräteprüfung gibt es drei Werkstätten:
  • Werkstatt Allgemeine Geräteprüfung
  • Werkstatt Pumpen und wasserführende Armaturen
  • Werkstatt Elektro

Werkstatt Allgemeine Geräteprüfung
Die allgemeine Geräteprüfung umfasst alle Geräte, welche im Einsatzdienst benötigt werden und nicht von anderen Werkstätten betreut werden. Dies beginnt mit Rettungsleinen über Leitern bis hin zu hydraulischen Rettungsgeräten für die technische Unfallhilfe.
Im DGUV Grundsatz 305-002 „Prüfgrundsätze für Ausrüstung und Geräte der Feuerwehr“ heißt es dazu: „Diese wiederkehrenden Prüfungen sind im wesentlichen Sicht-, Funktions- und Belastungsprüfungen, bei denen der Zustand der Einsatzmittel Beschädigungen, Verschleiß, Korrosion oder sonstigen Veränderungen beurteilt sowie die Vollständigkeit und Wirksamkeit der Sicherheitseinrichtungen festgestellt wird“

Diese Beschreibung des Prüfdienstes durch die Deutsche gesetzliche Unfallversicherung kann im Übrigen auf alle Werkstätten angewandt werden.

Werkstatt Pumpen und wasserführende Armaturen
Die Schlauch- und Armaturenwerkstatt wartet und prüft alles was zur Abgabe von Löschmittel notwendig ist. Dies ist nicht nur der klassische Feuerwehrschlauch in den verschiedenen Ausführungen. Wasserwerfer und Pumpen gehören ebenso dazu wie Pulveranlagen und festverbaute oder mobile Anlagen zur Löschschaumerzeugung. Jeder Löscheinsatz produziert Prüf- und Pflegearbeit für diese Werkstatt.

Elektrowerkstatt
Die Elektrowerkstatt nimmt insofern eine Sonderstellung ein, dass die dort mitarbeitenden Feuerwehrbeamten neben der Ausbildung zum Berufsfeuerwehrmann und Notfallsanitäter zwingend einen Beruf des Elektrohandwerks erlernt haben müssen um diese Tätigkeiten ausführen zu dürfen. Das Portfolio der Prüfungen umfasst Tauchpumpen und Beleuchtungsmittel aber auch alle ortsveränderlichen elektrischen Betriebsmittel in den Büros und Werkstätten. Jährlich werden hier über 3.000 Prüfungen durchgeführt.


Werkstatt persönliche Schutzausrüstung (PSA)

Die Werkstatt für persönliche Schutzausrüstung (PSA) wird im allgemeinen Sprachgebrauch auch als Kleiderkammer bezeichnet. Bei der Feuerwehr Trier ist es unter anderem die Aufgabe der Werkstatt PSA fast 700 Einsatzkräfte der Freiwilligen und der Berufsfeuerwehr von den Feuerwehrsicherheitsschuhen bis zum Feuerwehrschutzhelm auszustatten. Die Kosten für eine komplette persönliche PSA liegen heute bei ungefähr 1000 Euro. Teile der PSA müssen auch regelmäßigen Überprüfungen unterzogen werden.
Da die Berufsfeuerwehr Trier sowohl in der Notfallrettung als auch im Krankentransport tätig ist müssen für diesen Bereich zusätzlich rund 160 Einsatzkräfte mit einer PSA ausgestattet sein.


Werkstatt Funk

Wie in allen Werkstätten der Berufsfeuerwehr Trier rekrutiert sich das Personal der Funkwerkstatt aus dem Einsatzpersonal, welches neben dem Einsatzdienst Feuerwehr und Rettungsdienst, der Ausbildung Aufgaben in der Werkstatt Funk wahrnimmt. Die diensthabenden Einsatzkräfte überprüfen und reparieren die in der Feuerwehr Trier eingesetzten Funkgeräte. Hierzu gehören neben den Handfunkgeräten auch die in den Einsatzfahrzeugen fest eingebauten Funkgeräte. Des Weiteren verwaltet und programmiert die Funkwerkstatt die Funkmeldeempfänger.
Mit Einführung des BOS Digitalfunk müssen alle 450 digitalen Funkgeräte mindestens einmal jährlich mit der aktuellen Software programmiert werden.
Aufgrund des Fachwissens, der vorhandenen Ausbildung und der handwerklichen Ausbildung wird das Personal der Funkwerkstatt auch für Reparaturen an sonstigen elektronischen Geräten sowie deren Einbau in Einsatzfahrzeuge eingesetzt. Auch die Mitarbeiter der Funkwerkstatt werden als Ausbilder für den Bereich Funk eingesetzt.


AbteilungsleiterRudolf Schönhofen leitet die Abteilung Technik.

Nach seiner Ausbildung zum Kommunikationselektroniker und dem Studium zum Diplom-Ingenieur Nachrichtentechnik stieg Rudolf Schönhofen 1994 als Quereinsteiger bei der Feuerwehr ein. Seit 2006 leitet er die Abteilung Technik, die für rund 130 Einheiten verantwortlich ist – vom Abrollbehälter über die Drehleiter bis zum Wechselladerfahrzeug.