Sprungmarken

Ausbildung Freiwillige Feuerwehr

Auf dem Gelände der Feuerwache 2 rollen Feuerwehrmänner großflächig Schläuche aus.
Zu den Grundkenntnisse für den Feuerwehrdienst gehört auch das richtige Rollen der Schläuche.

Mit der Ausbildung Truppmann Teil 1 startet jeder freiwillige Feuerwehrmann und jede freiwillige Feuerwehrfrau in das Leben bei der Feuerwehr. Durch eine Vielzahl von Kreisausbildungslehrgängen am Brand- und Katastrophenschutzzentrum (BKSZ) in Trier-Ehrang kann das feuerwehrspezifische Wissen vertieft und spezialisiert werden. Die Ausbildung eines Rettungshundes für die Sondereinheit Rettungshunde und Ortungstechnik sowie verschiedene Tagesseminare und Schulungen runden das Weiterbildungsangebot für die Feuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehren ab.

Kreisausbildung

Die Organisation und Durchführung der Kreisausbildung gehört zu den Hauptaufgaben der Zentralen Ausbildung der Feuerwehr Trier. Sämtliche Kreisausbildungslehrgänge werden am Brand- und Katastrophenschutzzentrum (BKSZ) in Trier-Ehrang von erfahrenen Kreisausbildern durchgeführt.

Die Lehrgänge Truppmann Teil 1, Sprechfunker, Truppführer, Atemschutzgeräteträger, Maschinist und CSA-Atemschutzgeräteträger gehören fest zum jährlichen Lehrgangskatalog der Freiwilligen Feuerwehr Trier. Im Jahr 2019 konnten so rund 70 Feuerwehrmänner und -frauen in den genannten Lehrgängen ausgebildet werden. Der Unterricht findet immer montags von 18:30 Uhr bis 21:50 Uhr und samstags von 8:30 Uhr bis 16:30 Uhr statt.

Atemschutzgeräteträger

Der Atemschutzgeräteträger-Lehrgang wird von erfahrenen Kreisausbildern im Brand- und Katastrophenschutzzentrum in Trier-Ehrang durchgeführt. In 44 Unterrichtseinheiten erlernen die angehenden Atemschutzgeräteträger neben den Grundkenntnissen über die Anatomie und Physiologie der Atmung auch den richtigen Umgang mit einem Atemschutzgerät sowie die Inhalte der verschiedenen Regelwerke die zu beachten sind, wie die Feuerwehr-Dienstvorschrift 7 (FwDV 7). Der praktische Teil beginnt mit sogenannten Gewöhnungsübungen, bei denen sich die Teilnehmer stufenweise mit dem Atemschutzgerät vertraut machen. Danach wird das Vorgehen im Innenangriff unter Atemschutz trainiert bevor es dann zum Atemschutzleistungstest in die hochmoderne, im Jahr 2016 in Betrieb genommene Atemschutzübungstrecke geht.

CSA-Atemschutzgeräteträger

Um im Gefahrstoffeinsatz ebenfalls breit aufgestellt und schlagfertig zu sein, werden die Feuerwehrleute der freiwilligen Löschzüge Stadtmitte und Olewig zu Chemiekalienschutzanzug-Atemschutzgeräteträgern (CSA-AGT) ausgebildet.

Die Ausbildung umfasst 16 Stunden und wird von den Kreisausbildern CSA im BKSZ durchgeführt. Zunächst erlernen die Teilnehmer das richtige An- und Ablegen der Anzüge. Im nächsten Schritt werden unter Einsatzbedingungen Gewöhnungsübungen durchgeführt, bevor die Teilnehmenden dann ihr Können an der Übungsanlage unter Beweis stellen müssen. Hier wird der Austritt eines Gefahrstoffes an einem Leck simuliert, welches abgedichtet werden muss.

Maschinist

Im Mittelpunkt der Maschinisten-Ausbildung steht der Aufbau und die Funktionsweise von Feuerlöschkreiselpumpen, die Wasserförderung über lange Wegstrecke und das richtige Verhalten im Straßenverkehr bei Einsatzfahrten sowie die hierzugehörigen Rechtsgrundlagen. Die Ausbildung wird von den Kreisausbildern Maschinist am BKSZ durchgeführt, die Dauer des Lehrgangs beträgt 35 Unterrichtseinheiten und hat einen hohen Praxisanteil.

Sprechfunker

Die 16 Unterrichtseinheiten dauernde Ausbildung zum Sprechfunker ist unterteilt in sieben Stunden Theorie und neun Stunden Praxis. Neben den zahlreichen Rechtsgrundlagen und der Kartenkunde, werden in der Theorie auch die physikalischen und technischen Grundlagen des Sprechfunkverkehrs vermittelt. In der Praxis stehen die Gerätetechnik und der Umgang mit den verschiedenen Verkehrsarten im Vordergrund. Hierfür wird mithilfe der Feuerwehreinsatzzentrale am BKSZ ein sogenannter Funkverkehrskreis aufgebaut in dem die Teilnehmer die Möglichkeit haben in den verschiedenen Funkverkehrsarten zu funken.

Truppmann – Teil 1

Die Ausbildung Truppmann Teil 1 ist der Start in das Leben eines jeden freiwilligen Feuerwehrmannes oder Feuerwehrfrau. Die Dauer des Lehrgangs beträgt mindestens 70 Stunden, in denen die Lehrgangsteilnehmenden sämtliche Grundkenntnisse für den Feuerwehrdienst erlernen. Unter anderem stehen die Themen Brennen und Löschen, richtiger Umgang mit Feuerwehrtechnischen Gerätschaften, Aufgabenverteilung im Feuerwehreinsatz und ein Erste-Hilfe-Kurs auf dem Stundenplan.

Truppmann – Teil 2

Die Ausbildung Truppmann Teil 2 findet größtenteils am Brand- und Katastrophenschutz statt. Hier werden sämtliche in der Ausbildung Truppmann Teil 1 erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten noch einmal aufgegriffen und vertieft. Des Weiteren steht die Vermittlung von standortspezifischen Kenntnissen im Vordergrund. Themen wie Wasserförderung lange Wegstrecke, CBRN-Gefahrstoffe oder Technische Hilfeleistung, werden von den zuständigen Facheinheiten der Freiwilligen Feuerwehren in Eigenregie am jeweiligen Standort durchgeführt.

Truppführer

Nachdem die Ausbildung zum Truppmann Teil 2 erfolgreich abgeschlossen wurde, folgt die Ausbildung zum Truppführer. Diese wird am Brand- und Katastrophenschutzzentrum in Trier-Ehrang durchgeführt. In 36 Stunden werden den Teilnehmenden sämtliche Kenntnisse vermittelt, die sie im Anschluss befähigen, einen Trupp innerhalb einer Staffel oder Gruppe zu führen. Themen wie Brennen und Löschen, Verhalten bei Gefahr aber auch der klassische Löscheinsatz werden nochmal aufgegriffen und aus der Sicht eines Truppführers unterrichtet.

 
Bildergalerie
  • Auf dem Gelände der Feuerwache 2 rollen Feuerwehrmänner großflächig Schläuche aus.
  • Drei Personen haben einen orangenen Chemikalienschutzanzug an.
  • Material für eine Übung zur Gefahrstoffbekämpfung. Ein Gabelstapler lädt einen Tank voll Flüssigkeit.
  • Eine Person der Dekontaminationseinheit säubert einen Chemiekalienschutzanzug-Atemschutzgeräteträger.
  • Übungen an der Fassade der Feuerwache 2.
  • Zwei Feuerwehrmänner üben, einen Kollegen zu retten.
  • An der Außenfassade wird ein Löschangriff über Schiebeleiter geübt.
  • Ein Feuerwehrmann sägt mit einer Motorsäge Baumstämme im Wald.
  • Ein Auto liegt auf dem Dach, nachdem es mit der sogenannten Muschelöffnung aufgeschnitten wurde.
  • Feuerwehrmänner zerschneiden ein Auto und entfernen die B-Säule des Autos.
  • Ein Feuerwehrmann steigt auf einer Steckleiter nach oben.
  • Ein Atemschutzgeräteträger klettert mit seiner Ausrüstung durch die enge Atemschutzübungsstrecke.

Rettungshundestaffel

Die Ausbildung eines Rettungshundes für die Sondereinheit Rettungshunde und Ortungstechnik (RHOT) dauert zweieinhalb Jahre. In dieser Zeit muss der Hund sechs unterschiedliche Prüfungen ablegen. Angefangen mit einer Unterordnungsprüfung, bei der der Hund auf das Kommando hören muss, über den sogenannten Eignungstest, bei dem er unter anderem mit Lärm konfrontiert wird, hin zur Gewandheitsprüfung, bei welcher der Hund seine motorischen Fähigkeiten unter Beweis stellen muss.

Wurden diese Prüfungen mit Erfolg bestanden, muss der Hund erneut insgesamt drei Prüfungen ablegen. Zwei Prüfungen beziehen sich hier auf die Hauptaufgabe der Sondereinheit, die Trümmersuche. Zu guter Letzt muss der angehende Rettungshund in der Flächenprüfung unter Beweis stellen, dass er auch für die Personensuche im Gelände geeignet ist.

Tagesseminare

Die Tagesseminare dienen vor allem der Auffrischung und Vertiefung von bisher in Lehrgängen erworbenen Kenntnissen. Alle Seminare werden in Absprache mit den Löschzugführern jährlich dem aufkommenden Schulungsbedarf der Freiwilligen Feuerwehren angepasst.

Im Seminar Atemschutznotfalltraining wird zum Beispiel gezielt auf die unterschiedlichen Rettungstechniken (Ampelsystem) im Atemschutznotfall eingegangen.

Beim Seminar Verkehrsunfall PKW (VU PKW) dürfen die Teilnehmer nach einer kurzen theoretischen Auffrischung direkt praktisch ihr Können unter Beweis stellen. Hierzu stehen mehrere Schrott-PKW bereit, um das Arbeiten mit den Gerätschaften zur Technischen Hilfe wie zum Beispiel der hydraulischen Rettungsschere und dem hydraulischen Spreizer zu üben.

Im Seminar Motorkettensägenhandhabung bekommen die Teilnehmenden an zwei Tagen in Theorie und Praxis den sicheren Umgang mit der Motorkettensäge beigebracht.

Eine Besonderheit ist die Löschzugführerfortbildung. Es handelt sich hierbei um eine sogenannte Führungsfortbildung. Sie wird einmal pro Quartal im Brand- und Katastrophenschutzzentrum durchgeführt. In den vier Schulungen pro Jahr werden spezielle Themen, die für Führungskräfte wichtig sind, unterrichtet, wie zum Beispiel der richtige Umgang mit alternativ angetriebenen Fahrzeugen nach einem Unfall oder Besonderheiten und Gefahren, die von Photovoltaikanlagen ausgehen.